Geschichte des IHAMB/FIHAM

1. Gesetzliche Grundlage

Prüfungsverordnung für Medizinpersonal vom 31.3.82 

1.1 Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zu ärztlicher Tätigkeit mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der allgemein- medizinischen Praxis. 
17.1. ... muss jeder Student eine koordinierte Lehrveranstaltung über allgemeinmedizinische Fragen besucht haben.
17.8. Die Prüfungen sind nach Möglichkeit fächerübergreifend zu gestalten unter besonderer Berücksichtigung von Fragestellungen aus der allgemeinmedizinischen Praxis.

2. Bisherige Organisation

Seit 1984 bestand die Fakultäre Kommission für Hausarzt- Medizin. Sie setzte sich zusammen aus:

4 Professoren der Med. Fakultät 
6 Hausärzten: 3 BS und 3 BL 

1985 wurde der 2-stündige Lehrauftrag für Hausarztmedizin geschaffen.

Finanzen: Gruppenunterricht in der Praxis wurde (z.Teil bescheiden) honoriert. Die Arbeit in der Kommission war ehrenamtlich ausser für den rotierenden Inhaber des Lehrauftrages. 

3. Bisherige Ziele

Nur Demonstration des Berufsbildes des Hausarztes, Aufzeigen von Unterschieden Klinik - Praxis. 

4. Projekt Institut für Hausarztmedizin

Anfang Mai 1993: Die Medizinische Fakultät teilt in einem kurzen Brief mit, dass sie sich aufgrund der regierungsrätlichen Sparmassnahmen gezwungen sieht, das Lektorat in Hausarztmedizin um die Hälfte zu kürzen. 

30. November 1994: Das Projekt "Institut für Hausarztmedizin" der Gemischten Kommission für Hausartzmedizin wird der Medizinischen Fakultät eingereicht: 

1. Einbringen der Anliegen der Hausarztmedizin in Lehre und Forschung der Universitätskliniken. 

2. Gewährleistung einer mehr auf die Studierenden, den Patienten sowie unsere Gesellschaft, und weniger auf die theoretischen Fächer abgestimmte Ausbildung. 

3. Früher Zugang der Studenten zur Hausarzt-Praxis ab 3. JK (d.h. nach Abschluss der Grundfächer) in klarer zeitlicher Abstimmung zu der Lehre an den Universitätskliniken. 

4. Einbezug des Patientengutes der Hausarztpraxis in die Studentenausbildung. 

5. Vermehrter Einbezug der sozialen Aspekte, sowie der Belange des Gemeinwesens inkl. der Kosten-Nutzen-Erwägungen. 

6. Koordination Universitätslehre - Praxis. 

7. Lernzielkatalog für Unterrichts- und Prüfungsinhalte. 

8. Mitarbeit in der fakultären Kommission für Studienreform. 

9. Tutorialsystem über das ganze klinische Studium. 

10. Mitarbeit in den Vorlesungen. 

11. Feedback Studenten, Dozenten. 

12. Praxisgerichtete medizinische Forschung in Zusammenarbeit mit den entsprechenden universitären Departementen. 

13. Kontakte zu anderen Fakultäten der Schweiz. 

Hauptziele:

Praxis- und patientennahe Ausbildung der StudentenInnen! 
- durch Einbezug des Patientengutes der Hausarztpraxis
- durch Einbezug von ausgewählten Ärzten als Tutoren für die Studentenausbildung
- durch Mitarbeit an einem patienten- und problemorientierten Ausbildungskonzept 

Verlauf vom November 1994 bis Oktober 1996

November 94:
Die gemischte Kommission für Hausarztmedizin verabschiedet einstimmig das Konzept "Institut für Hausarztmedizin"

Juni 95: 
Die Medizinische Fakultät beschliesst einstimmig, ein "Institut für Hausarztmedizin" zu gründen. Diesem Beschluss folgen keine weiteren Schritte bis Januar 96. Gespräche mit Frau RR V. Schaller, Herrn RR St. Cornaz, Herrn Unirats-Präsident R. Soiron 

Januar 96: Prof. Th. Rufli:
Ich kenne ja jetzt den ganzen Weg des Trauerspiels "Hausarztmedizin", wobei ich den Weg als traurig betrachte, nicht etwa das Anliegen! So ist es mir auch nicht gelungen, in der KOKO Universität auch nur das leiseste Verständnis zu erwecken, im Gegenteil, man hat mich attackiert mit unsinnigen Argumenten .... 

5. Juli 96 Universitätsrat: 
Der Universitätsrat begrüsst das Projekt der Ausbildungsreform sehr. Er hat darum beschlossen, dieses Projekt sowie die Institutionalisierung der Hausarztmedizin zu unterstützen! 

Juli 96: KOKO Universität Frau Prof. Kress: 
Der Antrag der Fakultätskommission wird grundsätzlich befürwortet. Die Gründung eines Instituts wird aber nicht unterstützt. Nach eingehender Diskussion schlagen wir Ihnen die Einrichtung einer "Koordinationsstelle Hausarztmedizin" vor. Der vorgeschlagene Ausdruck "Fakultäre Instanz" fand keinen Gefallen. Die Gründung eines Instituts oder Seminars für Hausarztmedizin ist nicht notwendig, um den Bedürfnissen der Hausarztmedizin gerecht zu werden. 

1. Oktober 1996:
Das FIHAM, Forum für interdisziplinäre Hausarztmedizin, der Medizinischen Fakultät der Universität Basel nimmt seine Arbeit auf. 

Die Gründer und ersten 3 Mitglieder des FIHAM-Kollegiums sind: 
Dr. R. Isler, Reigoldswil, Dr. P. Tschudi, Basel, Dr. K. Bally, Basel. 

2001 Aufnahme von Dr. Ursina Halter ins FIHAM Kollegium

Am 14. März 2005

Gründung des ersten Institutes für Hausarztmedizin an einer Schweizerischen Universität; von diesem Datum an Mitarbeit und Co-Leitung durch PD Dr. Benedict Martina.

Per 1. September 2014

Wahl von PD Dr. Andreas Zeller zum klinischen Professor für Hausarztmedizin an der Universität Basel infolge Ruhestand von Prof. Peter Tschudi und Prof. Benedict Martina. Umbenennung des Instituts für Hausarztmedizin in Universitäres Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel.